Forschung

Untersuchung der Phänomenologie und der Auswirkungen von direkten und spontanen Nachtod-Kontakten (NTK)

Zusammenfassung

Ein direkter und spontaner Nachtod-Kontakt (NTK) tritt auf, wenn ein Trauernder eine verstorbene Person unerwartet durch die Sinne von Sehen, Hören, Riechen oder Berühren wahrnimmt. Sehr häufig „spüren“ die Kontaktierten lediglich die Anwesenheit der verstorbenen Person oder nehmen einen Kontakt oder eine Kommunikation während des Schlafes oder im hypnagogischen Zustand wahr. NTKe treten häufig auf, schätzungsweise haben 25-50% der Trauernden einen oder mehrere spontane NTKe erlebt. Zeugenberichte aus verschiedenen Ländern und seit dem letzten Jahrhundert deuten darauf hin, dass dieses Phänomen universell und zeitlos ist. Trotz ihres weitverbreiteten Vorkommens sind Nachtod-Kontakte paradoxerweise wenig erforscht und abwesend in den Medien und im öffentlichen Diskurs. Als Konsequenz haben Personen, die einen Nachtod-Kontakt erlebt haben (die Kontaktierten) in der Regel keinen Bezugsrahmen, um diese Erfahrung die nicht mit den gängigen Konzeptionen der Realität übereinstimmt zu verstehen, zu integrieren und vollständig zu nutzen. Was auch immer der ontologische Status von Nachtod-Kontakten sein mag, sie werden von einer großen Anzahl von Personen als real wahrgenommen und verdienen daher ihren Platz auf der Agenda der Bewusstseinsforschung.

Ziel dieses 2-jährigen Forschungsprojektes ist es, die Phänomenologie und die Auswirkungen von spontanen Nachtod-Kontakten besser zu verstehen. Auf der Grundlage eines eigens zu diesem Zweck entwickelten Online-Fragebogens sollen die Daten Einblicke in das Profil der Kontaktierten geben; in das Profil der verstorbenen Person, die den Kontakt angeblich initiiert hat; in die Umstände des Auftretens des NTK; in die Art, die Entfaltung und die Botschaft der Nachtod-Kontakte; und in ihre Auswirkungen auf die Kontaktierten. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sollte die Offenlegung dieses verborgenen sozialen Phänomens durch Publikationen, Konferenzen und Medienveranstaltungen für die wissenschaftliche Gemeinschaft und die Öffentlichkeit ermöglichen.

Einführung

Geschätzte Durchschnittswerte von 25% der Europäer und 30-50% der Amerikaner (Guggenheim und LaGrand) haben eine oder mehrere spontane Nachtod-Kontakte erlebt. Trotz ihres weitverbreiteten Vorkommens sind NTKe paradoxerweise wenig erforscht und fehlen in den Medien und dem öffentlichen Diskurs. Als Konsequenz haben Personen, die einen Nachtod-Kontakt erlebt haben (die Kontaktierten) in der Regel keinen Bezugsrahmen, um diese Erfahrung die nicht mit den gängigen Konzeptionen der Realität übereinstimmt zu verstehen, zu integrieren und vollständig zu nutzen.

NTKe sind häufig, angeblich universell, und haben eine starke und dauerhafte psychologische Auswirkung auf die Kontaktierten. Ein besseres Verständnis ihrer Phänomenologie und ihrer Auswirkungen ist nicht nur für die Kontaktierten von wesentlicher Bedeutung sondern auch für die breite Öffentlichkeit, da diese Erfahrungen eine völlig neue Perspektive von Tod und Leben anbieten. Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, Wissenschaft und Spiritualität zu verbinden, indem es Licht auf dieses wichtige soziale Phänomen wirft. Nachtod-Kontakte sind kein isoliertes Phänomen sondern treten im größeren Kontext anderer Erfahrungen rund um den Tod auf, wie Sterbevisionen, die kurz vor dem Tod auftreten. Dieses Forschungsprojekt wird zur wissenschaftlichen Untersuchung von „ungewöhnlichen Erlebnissen“ rund um den Tod beitragen.

Forschungsschwerpunkte

Das erste Ziel ist es, die Phänomenologie der Nachtod-Kontakte zu beschreiben. Das Projekt wird daher folgende Fragen beantworten: Wer hat einen NTK? Unter welchen Umständen? In welcher Form (Art)? Wie entfalten sich diese Erfahrungen? Was sind die Mitteilungen der NTKe? Wer sind die verstorbenen Personen, die angeblich den Kontakt herstellen? Wie war/ist ihre Beziehung zu den Kontaktierten? Gibt es länderspezifische Unterschiede? Forschungsfragen werden auf der Grundlage einer gründlichen Überprüfung der bestehenden Forschungsliteratur zu Nachtod-Kontakten weiter ausgearbeitet.

Das zweite Ziel besteht darin, die Auswirkungen der Nachtod-Kontakte auf die Kontaktierten zu analysieren. Die folgenden Fragen werden behandelt: Wie erleben die Kontaktieren die NTKe? Welche Auswirkungen haben sie auf die Kontaktierten? Wie beeinflusst sie den Trauerprozess? Beeinflusst der nationale und soziale Kontext die Erfahrungen von Personen?

Das dritte Ziel wird darin bestehen, die Forschungsergebnisse so weit wie möglich der wissenschaftlichen Gemeinschaft und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Indem wir Informationen darüber sammeln, wie NTKe auftreten und sich entfalten, und indem wir ihre Auswirkungen auf das Leben der Trauernden analysieren, besteht unser Ziel darin, diese Ergebnisse für Menschen zugänglich machen, die sich dem Tod eines nahen Verwandten, Partners oder Freundes stellen müssen, sowie auch der breiten Öffentlichkeit. Indem wir die Methode der angewandten Forschung benutzen werden wir in unseren Schlussfolgerungen die Relevanz unserer Ergebnisse für die Öffentlichkeit betonen und die möglichen Auswirkungen auf öffentliche Richtlinien hervorheben. Das Forschungsprojekt wird zur Sensibilisierung für Nachtod-Kontakte beitragen und praktische Auswirkungen auf eine große Anzahl von Personen haben.

Angesichts des Mangels an Forschung und Wissen über NTKe erwarten wir, dass die Ergebnisse dieser explorativen Forschung weitere Fragen aufwerfen werden. Daher könnte das Projekt uns auch ermöglichen, neue Forschungshypothesen zu spezifizieren, die in Zukunft im Rahmen einer groß angelegten Forschung unter Beteiligung von Forschungsteams in verschiedenen Ländern verfolgt werden können.

Daten und Methodik

Die Forschung wird in mehreren europäischen Ländern (Schweiz, Frankreich, Großbritannien und Spanien) und den Vereinigten Staaten geführt. Die Analyse und der Vergleich der Daten der 200 Teilnehmer werden einen Einblick in die vermeintlich universelle Natur dieses Phänomens geben und dies zu der ersten vergleichenden NTK-Forschung machen.

Teilnehmer werden eingeladen, eine Online-Umfrage über den von ihnen erlebten NTK und einige sozioökonomische Schlüsselmerkmale auszufüllen. Gestützt auf diese Daten können wir anhand deskriptiver Statistiken die Hauptmerkmale der gesammelten Erfahrungen und die verschiedenen Profile von Kontaktierten darstellen.

Die Hauptthemen des Fragebogens sind die folgenden: Umstände des Vorkommens, Art des Nachtod-Kontaktes, übermittelte Botschaft, Emotionen und Realitätssinn die mit der Erfahrung in Verbindung gebracht werden, Auswirkungen des Kontaktes und Implikationen für den Trauerprozess; das Profil des Kontaktierten und des Verstorbenen (inklusive Todesursache).

Schließlich werden die gesammelten Daten für Teilnehmer, die zuvor der anonymisierten Veröffentlichung ihrer Erfahrungen zugestimmt haben, in einer mehrsprachigen, internationalen Open-Access-Datenbank archiviert, die von der University of Northampton gehostet und aktualisiert wird. Diese Datenbank wird schließlich auf einer eigenständigen Website für die wissenschaftliche Gemeinschaft zur weiteren Analyse und für die breite Öffentlichkeit verfügbar sein, um das Phänomen der Nachtod-Kontakte in der Gesellschaft sichtbarer zu machen.

Ab dem 1. August 2018 wird der Online-Fragebogen auf dieser Webseite verfügbar sein.

 

Projektgruppe

Evelyn Elsaesser

Expertin für Erfahrungen rund um den Tod, Autorin

Projektleiterin
Chris Roe

Professor, Centre Lead for the Psychology and Social Sciences Research Centre, Faculty of Health & Society, University of Northampton UK

Chef-Forscher (Principal investigator PI)
Lluis Pastor

Professor, Estudios de Ciencias de la Información y la Comunicación de la Universitat Oberta de Catalunya (UOC) & Director general Oberta Publishing y Editorial UOC, Spain

Team Mitglied
Cal Cooper

PhD, Lecturer in Psychology,
School of Social Sciences, Psychology
University of Northampton, UK

Team Mitglied
Berater und Mitarbeiter

Wissenschaftliches Komitee

Professor emeritus Kenneth Ring, University of Connecticut, U.S.A.
Professor Peter Fenwick, M.D., F.R.C. Psych. Institute of Psychiatry, Kings College, London, U.K. Mental Health Group, University of Southampton, U.K.
Professor J. Kim Penberthy, Chester F. Carlson Professor of Psychiatry & Neurobehavioral Sciences, Division of Perceptual Studies, University of Virginia School of Medicine, Charlottesville, VA, USA
David Lorimer, Scientific and Medical Network (SMN), U.K.